Projekte

Neben den regelmäßigen Gruppentreffen bestreiten wir Stipendiaten der Regionalgruppe Braunschweig/Magdeburg auch größere Projekte, welche unser Gruppenleben über längere Zeit begleiten. In der Vergangenheit gehörte dazu unter anderem die erfolgreiche Vorbereitung und Durchführung eines Seminars zum Thema Tod. Dieses beinhaltete Themen wie Hospizarbeit, Trauerprozesse bei Kindern, Nahtoderfahrungen und Pathologie. Durch das Seminar konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt und das Gruppenleben nachhaltig gestärkt werden.

ThinkLab

Unser derzeitiges Projekt entstand im Rahmen des Think Labs,  einer Kooperation der Stiftung der deutschen Wirtschaft (sdw) und der innogy Stiftung. Unter dem Titel „Energie – Gesellschaft – Wandel“ soll die Energiewende hier aus gesellschaftlicher Sicht betrachtet werden. Im Zuge der Energiepolitik sind viele technische Lösungen gefunden und auf den Weg gebracht worden. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende ist jedoch auch eine Veränderung des Bewusstseins und Handelns in der Bevölkerung erforderlich. Deswegen hat es sich die innogy Stiftung mit dem Think Lab zum Ziel gesetzt,  durch Projekte diesen gesellschaftlichen Wandel hinsichtlich der Bewusstseinsschaffung und idealerweise der Verhaltensänderung voranzutreiben. Die Ausgestaltung der Projekte und der anvisierten Zielgruppe ist dabei von jeder Projektgruppe selbst festzulegen.

Ziele

Wir wollen uns innerhalb dieses Projekts mit der Entwicklung eines Planspiels befassen, welches die Komplexität der Energiewende sowie die Notwendigkeit des eigenverantwortlichen Handelns für die Nutzer erfahrbar macht. Im Kern wollen wir vermitteln, welche Möglichkeiten bereits bestehen und was ein Individuum oder eine Gemeinschaft dazu beitragen kann. Darüber hinaus ist uns jedoch auch wichtig, dass wir Probleme und fehlende Elemente der Energiewende berücksichtigen, wie beispielsweise die Missachtung des Faktors Ernährung. Im Frühjahr des Jahres 2016 bewarben wir uns mit diesem Projektkonzept und wurden für die finanzielle und ideelle Förderung durch die oben genannten Stiftungen angenommen. Damit fiel für uns im Juli 2016 im Rahmen einer Auftaktveranstaltung in Berlin der Startschuss für die einjährig geförderte Projektarbeit.

Die Freude darüber unter uns Stipendiaten und unter unseren Vertrauensleuten war groß. Letztere boten uns direkt ihre Unterstützung an, welche wir dankend annahmen. Denn wir gelangten immer mehr zu der Erkenntnis, dass eine Planspielentwicklung eine sehr umfangreiche Aufgabe darstellt. Neben den zur Verfügung gestellten Räumen und dem umfangreichen und inspirierenden fachlichen Austausch mit unseren Vertrauensleuten sowie deren Kontakten, ist in besonderem Maße die Unterstützung durch unseren Vertrauensprofessor Dr. Herrmann hervorzuheben.

Externe Unterstützung

Zusätzlich zur fachlichen Unterstützung durch seine Mitarbeiter, durften wir auch das Planspiel des Institutes für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik zum Thema Holistic Life Cycle Management erproben. Dabei gewannen wir in einer großen Veranstaltung mit weiteren sdw-Stipendiaten Einblicke in dieses Thema. Ziel des entsprechenden Planspiels ist der Wiederaufbau eines Unternehmens durch ganzheitliche und nachhaltige Planung und Entwicklung – also eine Entwicklung, bei der ökonomische, ökologische und soziale Forderungen im Einklang sind.
Durch dieses Planspiel konnten wir für unser Projekt erste Erfahrungen hinsichtlich der Entwicklung eines Spielkonzepts sammeln. Weiterhin ging daraus das Angebot hervor, dass wir die diesem Planspiel zu Grunde liegende Software-Maske auch für unser Planspiel benutzen können. Nachdem wir innerhalb unserer Projektgruppe die daraus resultierenden Möglichkeiten und Grenzen diskutiert haben, nahmen wir diese Chance mit Freude an.

Aktueller Status

Aktuell befinden wir uns im Abschluss der Ausarbeitung des Spielkonzepts, um danach in die Ausgestaltung einer ersten Probeversion zu starten. Die Entwicklung dieses Konzeptes gestaltete sich als große Herausforderung und war ein harter Prüfstein für die Projektfortsetzung. Auf dem Weg dorthin mussten wir zunächst die Inhalte festlegen, die wir vermitteln möchten und uns für die Art und Weise ihrer Vermittlung im Planspiel entscheiden. Dazu gehörte auch, dass wir mehrere ausgearbeitete Konzepte verwarfen, mehrmals wieder auf den  Projektstart zurückgefallen sind und von der Idee das Individuum in die Mitte zu stellen mittlerweile abrücken mussten.
Doch nach den anfänglichen Schwierigkeiten befinden wir uns aktuell in der Phase unser Spielkonzept zu konkretisieren und abzurunden. Grob skizziert sollen in unserem Planspiel vier autarke Inseln gegeneinander den Schwierigkeiten der Umsetzung der Energiewende entgegen treten, wobei unternehmerische, aktivistische, politische sowie konsumtive Kräfte die  Entscheidungen über notwendige Veränderungen beeinflussen sollen. 

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Entwicklung eines Planspiels viel leichter scheint, als sie tatsächlich ist. Jedoch wollen wir uns davon nicht zurückschrecken lassen und blicken optimistische in die Zukunft.  Im Rückblick konnten wir individuell viele Lernerfolge und Erfahrungsgewinne im Rahmen des Think Labs erzielen und freuen uns auf die aktuell anbrechende Zeit. Denn in den nächsten Wochen werden wir nach unserem aktuellen Fahrplan mit der tatsächlichen Ausgestaltung des Planspiels beginnen und die ersten Spielkarten zu Tisch bringen.